Trendwende bei US-Immobilien

Mieten statt kaufen lautet die neue Devise in den USA, die Anlegern Stephan Bannier von Legg Mason zufolge Chancen eröffnet.

Zehn Jahre ist es nun her, dass sich die US-Hypothekenkrise zu einer weltweiten Finanzkrise ausgeweitet hat – mit all den bekannten Nachwehen, die wir insbesondere am Finanzmarkt nach wie vor spüren. Der Ursprung ist auf dem US-Immobilienmarkt zu finden. Die damals relativ niedrigen Zinsen haben dafür gesorgt, dass sich immer mehr Amerikaner den Traum vom Eigenheim ermöglichten – obwohl sie es sich eigentlich nicht leisten konnten.

Diese jüngere Vergangenheit verzerrt dabei eine wichtige Tatsache. Denn vor der Jahrtausendwende waren die USA ein Mietmarkt. Genau auf diese historischen Wurzeln besinnen sich die Amerikaner derzeit wieder zurück.

In der Heimat des Kapitalismus, in der vor wenigen Jahren das Eigenheim noch stellvertretend für Wohlstand und Freiheit stand, wird mieten wieder zu einem wichtigen Trend. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Zum einen können sich viele Amerikaner die eigene Immobilie schlicht nicht mehr leisten. Nach der Krise hat sich die Zahl der Neubauprojekte drastisch reduziert. In Kombination mit steigenden Zinsen und hohen Immobilienpreisen gibt es gerade im Einstiegssegment aktuell nicht mehr genügend erschwingliche Objekte. Die amerikanische Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) geht für 2019 sogar erstmals wieder von rückläufigen Hausverkäufen aus – nachdem die sogenannten schwebenden, also noch nicht abgeschlossenen Verkäufe im Januar dieses Jahres um knapp fünf Prozent zurückgegangen waren. Das war der stärkste Rückgang seit Mai 2010, wobei viele Volkswirte ursprünglich mit einem Anstieg von 0,5 Prozent gerechnet hatten.

Mieten, kaufen, wohnen

Es sind aber nicht nur die veränderten Rahmenbedingungen, die eine Trendwende in den USA hin zur Mieternation ankündigen, sondern vor allem die viel diskutierten Millennials – Amerikaner, die zwischen 1980 und 2000 geboren sind. Diese Generation kommt nun langsam in ein Alter, in dem sich ihre Eltern schon mit dem Immobilienkauf auseinandergesetzt haben. Allerdings haben viele Millennials ganz andere Ansprüche: Flexibilität, eine gute Infrastruktur, durchdachte Mobilitätskonzepte und ein urbaner Lebensstil. Entsprechend suchen sie sich lieber attraktive Mietwohnungen. Das Urban Institute in Washington attestiert in den US-Metropolregionen daher bereits eine gestiegene Nachfrage nach Mietobjekten in guten Lagen in der Nähe der Arbeitsplätze. Entsprechend sagen die Forscher ein Wachstum für den Mietwohnungsmarkt in einem Ausmaß voraus, „das es so seit Jahrzehnten nicht gegeben hat.“

Nach Y kommt Z

Und das dürfte nachhaltig sein. Dafür sorgt bereits die nächste Generation, die in den Startlöchern steht – eine, die zahlenmäßig ähnlich stark ist wie ihre älteren Millennial-Geschwister. Was die Generation Z so besonders macht? Sie sind mit Technologie und neuen Wirtschaftsmodellen aufgewachsen. Der erste afro-amerikanische Präsident in der US-Geschichte ist für sie kein Meilenstein, sondern schlicht eine Tatsache. Sie haben früh harte Zeiten erlebt, die von Unsicherheit, globalen Konflikten und wirtschaftlichen Turbulenzen geprägt waren.

Seite zwei – Risikoaversion der Generation Z



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