Wann kommt die Rezession?

Ob eine Rezession vor der Tür steht, ist derzeit die Frage, die Investoren am meisten beschäftigt. Der wichtigste Faktor dafür, ob ein Abschwung droht, ist das Verhalten der US-Notenbank. Doch Rezession ist nicht gleich Rezession und die momentane Situation unterscheidet sich deutlich von der im Jahr 2008.

In irgendeiner Form wurde jede Rezession in den USA dadurch verursacht, dass die Fed die Zinsen zu stark in die Höhe trieb. Aber „zu hoch“ bedeutet zu jedem gegebenen Zeitpunkt etwas anderes. Zu bestimmen, was zu hoch ist, ist schwierig – sowohl für die Fed als auch für Ökonomen.

Mehr als neun Zinserhöhungen?

Als die Fed am Mittwoch, den 19. Dezember, ihren letzten Zinsschritt vornahm, gingen die politischen Entscheidungsträger offenbar auf Nummer sicher. Sie erhöhten die Bandbreite für den Leitzins erneut um einen Viertelpunkt auf nunmehr 2,25 Prozent bis 2,50 Prozent. Dies ist die neunte Zinsanhebung seit Beginn des aktuellen Straffungszyklus im Dezember 2015. Entscheidend ist dabei auch der Hinweis des Offenmarktausschusses (Fomc), dass sich das Tempo der Zinserhöhungen 2019 verlangsamen wird, so dass die Zahl der in diesem Jahr erwarteten Erhöhungen von drei auf zwei reduziert wurde.

Solche Änderungen der Vorgaben der Fed hängen von einem Wert ab: dem „neutralen“ Zinssatz, der das Wachstum weder stimuliert noch hemmt. Doch das neutrale Zinsniveau wird grundsätzlich erst im Nachhinein deutlich, während „die Geldpolitik eine zukunftsweisende Aufgabe ist“, wie Fed-Chef Jerome Powell kürzlich sagte.

Die Medianprognose der Fomc-Mitglieder für dieses perfekte Zinsniveau sank im Dezember auf 2,75 Prozent, während der von der Fed besonders beachtete natürliche Zinssatz („R-star“) bei 2,50 Prozent liegt. Die Fed dürfte also dabei sein, in den neutralen Bereich einzutreten.

Seite zwei – Warum sich der aktuelle Konjunkturzyklus vom Vorherigen unterscheidet



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