Alterung und Volkskrankheiten als Chancen

Healthcare-Aktien haben im Jahresverlauf Potenzial. Wer vier leistungsstarke Sub-Sektoren genau unter die Lupe nimmt, profitiert von gesellschaftlichen Entwicklungen wie dem demographischen Wandel.

Für viele Aktien, etwa der Tech- und Chemiebranche, war 2018 kein gutes Jahr. Anders der Gesundheitssektor: Die Kursentwicklung von globalen Gesundheitsaktien war insgesamt erfreulich. Besonders die großen US-Pharmaunternehmen legten stark zu. Positive Kurstreiber waren die US-Steuerreform, neu zugelassene Produkte und gleichzeitige Aktienrückkäufe. Auch 2019 können Anleger Einiges erwarten.

Wohlstandskrankheiten prägen Branche

Die Branche wird generell getragen von globalen Wachstumstreibern. Ein Beispiel sind Wohlstandskrankheiten. Zu diesen chronischen, nicht übertragbaren Erkrankungen, zählt zum Beispiel starkes Übergewicht beziehungsweise Adipositas. In den USA waren in den 1980er-Jahren weniger als 18 Prozent der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig – inzwischen sollen aber bereits knapp 40 Prozent an Adipositas leiden. Auch das sogenannte metabolische Syndrom, eine Herzerkrankung mit den Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ zwei, Bluthochdruck, Arteriosklerose, trifft häufiger auf, mit entsprechenden Folgekosten bei Behandlungen. Erkrankungen wie diese nehmen weltweit zu.

In den Schwellen- und insbesondere Entwicklungsländern ist die Verbreitung zwar noch geringer als in den Industrieländern, der prozentuale Anstieg dort verläuft aber drastischer, parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung weltweit steigt. Das ist nicht nur die Folge einer immer besseren medizinischen Versorgung, sondern auch Auslöser altersbedingter Erkrankungen wie Demenz – mit entsprechend steigenden Gesundheitskosten.

Neue Produkte treiben Healthcare-Sektor

Neue Produkte werden das Jahr 2019 antreiben. 2018 war bislang das Jahr mit den meisten neu zugelassenen Pharmaprodukten in den USA. Auch deswegen werden Gesundheitsaktien weiterhin gefragt sein. Sie sind derzeit im Durchschnitt mit dem 17-fachen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bewertet und befinden sich damit auf einem ähnlichen Niveau wie Ende 2013. Die einzelnen Sub-Sektoren unterscheiden sich untereinander nicht nur in der Größe, sondern auch hinsichtlich der Bewertung deutlich: Pharmaaktien sind mit knapp 45 Prozent, Medizintechnik mit 22 Prozent, Dienstleister mit 18 Prozent und Biotechnologie mit 15 Prozent im MSCI Healthcare gewichtet.

Sub-Sektoren mit besonderem Potenzial

Der Ausblick für Pharmawerte ist weiterhin stabil beziehungsweise lässt weiter Wachstum erhoffen – trotz relativ starker Kursgewinne 2018. Zudem könnte die Diskussion über die US-Arzneimittelpreise wieder hochkochen, wie sie es unmittelbar nach der Wahl von Trump schon einmal getan hat. Positiv könnten im kommenden Jahr Unternehmensreorganisationen, wie durch Spin-offs und Übernahmen, Innovationen und die Fokussierung auf volumenbasiertes Wachstum wirken. Pharmaunternehmen werden für 2019 auf ein KGV von 15 geschätzt und sind damit aktuell fair bewertet. Gleichzeitig sind diese auch in den monatlichen Fondsmanager-Umfragen relativ hoch gewichtet. Anleger sollten den Schwerpunkt 2019 auf Volumenwachstum und Unternehmen mit innovativer Pipeline legen.

Seite zwei – Medizintechnik, Dienstleister und Biotechnologie



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