Anlagen in Pflegeimmobilien

Die Lebenserwartung deutscher Bundesbürger steigt. Das ist jedoch nur einer der Gründe, warum sich Investitionen in Pflegeimmobilien lohnen, sagen Jan-Bastian Knod und Simon Jeschioro von Cushman and Wakefield.

Deutsche Bundesbürger werden immer älter, denn die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland steigt kontinuierlich. Während Mädchen und Jungen, die heutzutage geboren werden, bis zu 83,2 beziehungsweise 78,3 Jahre alt werden können, geht das Statistische Bundesamt davon aus, dass die Lebenserwartung im Jahr 2060 sogar auf 88,8 Jahre für Frauen und auf 84,8 Jahre für Männer ansteigen wird. Grund hierfür ist unter anderem der stete medizinische Fortschritt. Dieser demografische Wandel begünstigt nicht nur das Wachstum des Pflegeimmobilienmarktes immens, sondern macht ihn schon heute zu einem äußerst interessanten Markt für institutionelle Investoren. Mit einer beständig älter werdenden Gesellschaft, steigt aber auch die Anzahl pflegebedürftiger Menschen. Wirft man einen Blick auf das heutige Angebot an (teil-)stationären Pflegeplätzen, ist dieses bereits nahezu ausgeschöpft. Wartelisten für einen Platz in einer Pflegeeinrichtung werden immer länger. Dies zeigt deutlich, dass der Markt nicht nur Chancen bietet, sondern auch mit einigen Herausforderungen konfrontiert ist.

Deutsche Pflegeimmobilien bergen enormes Potential

Die Anzahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland nimmt immer weiter zu. Diese lag im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes zum Jahresende 2017 bei knapp 3,41 Millionen. Ende 2015 betrug die Anzahl Pflegebedürftiger noch 2,86 Millionen. Dieser starke Zuwachs ist allerdings größtenteils auf die Einführung des neuen und wesentlich weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs zurückzuführen, der seit dem 1. Januar 2017 gilt. Seitdem werden deutlich mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft. Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zufolge wird die Zahl pflegebedürftiger Menschen im Jahr 2030 auf 3,62 Millionen ansteigen, im Jahr 2060 wird sie bereits 4,82 Millionen betragen.

Dieses Wachstum erfordert in naher Zukunft den Bau vieler neuer Pflegeeinrichtungen. Geht man hierbei für die kommenden Jahre von einer gleichbleibenden Pflege- und Heimquote aus, müssen innerhalb von gut zehn Jahren über 320.000 neue Pflegeplätze geschaffen werden. Hinzu kommt, dass viele Pflegeimmobilien bereits in die Jahre gekommen sind und renoviert oder umgebaut werden müssen. Darüber hinaus steigt die Nachfrage nach alternativen, barrierefreien Wohnformen für Pflegebedürftige enorm. Sowohl die erforderlichen Neu- als auch Reinvestitionen dienen Investoren schon jetzt als zukunftsweisende Kapitalanlage, denn der Pflegeimmobilienmarkt gilt bereits heute als Wachstumsmarkt.

Chancen und Herausforderungen für Investoren

Ergebnissen der im Dezember 2018 von Destatis veröffentlichten Pflegestatistik „Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung – Deutschlandergebnisse“ zufolge, gab es Ende 2017 bundesweit rund 14.500 zugelassene voll- beziehungsweise teilstationäre Pflegeheime mit insgesamt 950.000 verfügbaren Plätzen. Die Auslastung lag im Jahr 2017 bereits bei 92,4 Prozent. Mit 53 Prozent befand sich die Mehrzahl davon in einer freigemeinnützigen Trägerschaft, wie zum Beispiel der Diakonie oder Caritas. In Zahlen ausgedrückt waren das knapp 7.600 Heime. Demgegenüber stand der Anteil der privaten Träger mit 43 Prozent beziehungsweise über 6.160 Pflegeheimen sowie der öffentlichen Träger mit fünf Prozent.

Seit 1999 ist der Anteil von Pflegeimmobilien, die unter privater Trägerschaft stehen, kontinuierlich gestiegen. Die Anzahl der freigemeinnützigen sowie öffentlichen Träger nahm hingegen ab. Zu den Treibern dieses dynamischen Marktes zählen insbesondere Private Equity aus dem In- und Ausland als auch expandierende große Betreiberketten. Die Konsolidierung des Marktes wurde zuletzt von einer Vielzahl an Übernahmen durch Finanzinvestoren und private Betreibergesellschaften aus dem Ausland, die das Potential des deutschen Pflegemarktes bereits erkannt haben, bestimmt. Als Beispiel aus dem letzten Jahr kann die Übernahme von Compassio aufgeführt werden. Knapp 3.000 Betten gingen somit in den Besitz der Schönes Leben Gruppe über, einer Tochter des niederländischen Private-Equity-Unternehmens Waterland. Auch die börsennotierte deutsche Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen übernahm Pflege und Wohnen mit etwa 2.700 Betten von Oaktree.

Seite zwei – profitable Betreiberkette auch in Deutschland möglich




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