ESG: Vorsprung durch Wissen

Nachhaltigkeitskriterien sind wichtig für die Chancen- und Risikobewertung von Unternehmen. Die Integration von ESG-Aspekten im Investmentprozess kann eine gute Performance unterstützen.

Deutschland gilt vielen als europäischer Vorreiter des ökologischen Handels. Das reicht von der Mülltrennung über den Ausstieg aus der Kernenergie bis hin zu einer Grünen Partei mit Regierungsverantwortung. Umweltfragen wurden schon früh thematisiert, Naturschutz und der Kampf gegen den Klimawandel haben in der Bevölkerung heute parteiübergreifend eine hohe Akzeptanz. Doch nur weil es viele Windräder gibt, bedeutet das nicht, dass die Wirtschaft insgesamt nachhaltig agiert.

Deutschland ist Vorreiter

Gerade in Deutschland wird nachhaltiges Investieren oft noch als Nischenthema betrachtet. Das wird weder der Bedeutung noch dem Beitrag gerecht, den nachhaltige Faktoren heute bei der Risikobewertung und der Rendite von Anlagen leisten. Zum Ersten können Unternehmen ihre umweltschädlichen Prozesse immer seltener kostenfrei der Gemeinschaft aufbürden, dafür sorgen etwa strengere Umweltgesetze, Auflagen und auch soziale Medien, über die sich weltweite Lieferketten prüfen lassen. Zum Zweiten sind ressourcenschonende Geschäftsmodelle und ein verantwortliches unternehmerisches Handeln weniger riskant für Investoren. Zum Dritten bieten innovative Konzepte und Lösungen für Themen wie Umweltschutz, Klimawandel, Ernährung, Gesundheit und Bildung auch großes Wachstumspotenzial und damit profitable Chancen für Anleger.

Immer mehr Fondsgesellschaften begreifen ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) als Chance, Prozesse zu hinterfragen und sich vom Wettbewerb abzusetzen. Indem sie nicht- finanzielle Indikatoren bei der Bewertung von Aktien beachten, können sie unterbewertete Titel identifizieren und Alpha generieren. Basierend auf ESG-Kriterien erhalten Vermögensverwalter unabhängigere Informationen und verstehen die Fundamentaldaten 
eines Unternehmens besser. So erkennen sie Risiken und Chancen, die 
in den Jahres- und Abschlussberichten der Unternehmen noch
nicht sichtbar sind.

Die Bedeutung einer nachhaltigeren Wirtschaft wächst

Es gibt viele Argumente 
für einen Fonds mit Fokus
 auf nachhaltige Geschäftsmodelle. Neben dem Klimawandel und der globalen Erwärmung gehören dazu auch 
knappe Ressourcen, schärfere Umweltschutzgesetze und
 das wachsende gesellschaftliche
 Bewusstsein für die Bedeutung
 einer nachhaltigen Wirtschaft. Diese Komponenten bilden den Environment-Faktor (Umwelt) in der ESG-Analyse von Unternehmen. Der Faktor bewertet sie anhand ihres Umgangs mit der Umwelt als Stakeholder.

Fondsgesellschaften müssen sich heute mit der Klima- und Umweltbilanz der Unternehmen befassen, in die sie investieren. Geschäftsmodelle, die das Klima schonen, Ressourcen effizient nutzen oder neue Lösungen entwickeln, sind besser aufgestellt, wenn es um schärfere Umweltgesetze oder die Folgekosten umweltschädlicher Produktionsmethoden geht. Sie bieten außerdem erhebliches wirtschaftliches Wachstumspotenzial. Entsprechende Themenfonds investieren in Unternehmen, die dazu beitragen, den Klimawandel zu verlangsamen oder die Umwelt zu erhalten. Die Fonds setzen vor allem auf Firmen, deren Produkte Probleme der Wasser- und Luftverschmutzung lösen, natürliche Ressourcen schützen, die Abfallwirtschaft verbessern, sich mit Energie- oder Klimafragen befassen und die Biodiversität erhalten.




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