Krisenrobust & verträglich

Wer nachhaltig investiert, schützt nicht nur sein eigenes Portfolio vor Volatilität und Krisen. Ethisch-moralisches Investieren bedeutet auch, dass ökonomisches Wachstum und Klimaschutz sich nicht widersprechen. Julia M. Puaschunder, Wissenschaftlerin der Columbia University, fordert mehr Studien, die untersuchen, wie Anleger für Verantwortung sensibilisiert werden können.

Soziale Verantwortung beeinflusst Unternehmen und das Finanzwesen. An den Finanzmärkten verbessern ethisch-moralisch getriebene Investments die Nachhaltigkeit und Stabilität der Wirtschaft, indem sie die Profitmaximierung mit sozialen Zielen verbinden. Ethische Investitionen funktionieren nur dann, wenn Unternehmen mit Anteilseignern kommunizieren und transparent sowie innovativ sind. Ethisch-moralische Finanzmarktentscheidungen sind aufgrund ihrer Motive krisenrobuste Marktalternativen. Historisch gesehen entstanden die Investments hauptsächlich in sozio-politischen Krisenzeiten durch Sozialaktionen, die von Regierungen unterstützt wurden, und Corporate Social Responsibility (CSR). In den vergangenen Jahrzehnten stieg das Angebot qualitativ und quantitativ dank der Globalisierung der Finanzmärkte und zunehmender Transparenz, unterstützt durch soziale Medien. Die politische Liberalisierung verlagerte soziale Verantwortung auf den Privatsektor. Deregulierung und internationale Vernetzung förderten die globale Führung in Finanzmärkten, wodurch Verantwortung von privaten Investoren übernommen werden musste. Die Transparenz von Unternehmen im Zeitalter der neuen Medien kombiniert mit der einfachen Vergleichbarkeit ihres sozialen Engagements begünstigte soziale Investmenttrends.

Das Interesse wächst – auch aus Eigeninteresse

Die Weltrezession 2008 verstärkte das Interesse zusätzlich. In dieser Zeit höchster Volatilität haben sich ethische Investitionen als krisenrobust bewiesen und das Vertrauen in die Weltwirtschaft gestärkt. Seither haben weltweit mehr professionelle und institutionelle Investoren eine sozial verantwortliche Investitionsphilosophie adoptiert. Institutionelle Investoren beeinflussen zunehmend die Aktivitäten von Unternehmen. Investoren forderten Corporate Governance Reformen, um sozialen, ökologischen und ethischen Herausforderungen gerecht zu werden.

Die Sustainable Development Goals 2016 haben die Idee von sozial-verantwortlichen Marktaktivitäten als stabile Investitionslösungen hervorgehoben, die gleichzeitig globale ökonomische und ökologische Probleme lösen. Heutzutage werden Unternehmen nach ihrer sozialen, ethischen und ökologischen Unternehmensperformance bewertet. Ethische Investments unterstützen nachhaltige Gesellschaftsmodelle. Noch nie war die Diversität des Angebots so groß. Die Produkte unterscheiden sich auf internationaler Ebene vor allem durch legale Vorgaben. Der Vereinte Nationen Global Compact reguliert und harmonisiert ethische Investments in den sogenannten Principles of Responsible Investment.

Mit dem 21. Jahrhundert sind nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch neue Risiken entstanden. So scheint sich die Entwicklung derzeit zwischen Globalisierung und Protektionismus zu polarisieren, was sich auch in umweltbezogenen Regulierungen niederschlägt.




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