Mit Blockchain in Kunst investieren

Bei Investitionen in Kunst gibt es viele Hürden. Die Blockchain kann helfen, sie zu überwinden.

Anlagen in Kunst können nicht nur Neulinge, sondern auch erfahrene Akteure einschüchtern. So entsteht bei vielen Investoren, die sich nach alternativen Anlageformen umsehen, der Eindruck, dass der Zugang zum Kunstmarkt auf eine exklusive Gruppe von Käufern beschränkt ist. Investitionen in Kunst sind in den Augen vieler lediglich einer sehr wohlhabenden Klientel vorbehalten. Online-Auktionen haben dazu beigetragen, den Kunstmarkt neuen Investoren zugänglicher zu machen – und diese nutzen die neue Chance. So stellte der internationale Spezialversicherer Hiscox in seinem jüngsten Bericht fest, dass der Online-Kunstmarkt allein im vergangenen Jahr um zwölf Prozent auf 4,22 Milliarden US-Dollar gewachsen ist. Die Zeiten sind vorbei, in denen Käufer durch Hochglanzkataloge blättern und Bieterkarten heben mussten, um auf Kunstwerke bieten zu können. Art-Blockchain-Plattformen basieren auf der Blockchain- Technologie und eröffnen Investoren neue Möglichkeiten, im Kunstmarkt aktiv zu werden. Sie ermöglichen ihnen, in einer sicheren Umgebung Anteile an hochwertigen Kunstwerken zu erwerben.

Art-Blockchain-Plattformen erlauben zudem den Aufbau und die Verwaltung von Portfolios, die digitale Anteile an Kunstwerken enthalten. Dadurch können die Kosten, die mit Investitionen in physische Kunstwerke verbunden sind, deutlich reduziert, wenn nicht sogar eliminiert werden. Experten rechnen damit, dass der Kunstmarkt von Blockchain profitieren wird: So äußerten sich im „Hiscox Online Art Trade Report 2018“ nahezu zwei Drittel beziehungsweise 64 Prozent der befragten Online-Plattformen positiv über den künftigen Einfluss der Technologie auf die Kunstwelt.

Kunst-Blockchain-Plattformen im Aufbruch

Art-Blockchain-Plattformen geraten somit zunehmend ins Blickfeld von Kunstinteressierten und Investoren. Institutionelle Investoren wurden bisher durch verschiedene Faktoren davon abgehalten, im Kunstmarkt aktiv zu werden, wie der geringen Liquidität und der fehlenden Regulierung, der mangelnden Transparenz und hohen Transaktionskosten. Das hat sich mit dem Aufkommen von Art-Blockchain-Plattformen geändert. Wenn eine Organisation beispielsweise die Gelegenheit erhält, ihr Portfolio weiter zu diversifizieren, können Art-Blockchain- Plattformen dabei helfen. Sie erlauben es ihren Nutzern, sich einen Überblick über eine breite Palette von Kunstwerken zu verschaffen und Anteile daran zu erwerben – und das zu sehr geringen Gebühren zwischen einem und drei Prozent. Organisationen können dadurch ihr Budget effizient ausschöpfen und erhalten zudem die Möglichkeit, sowohl den Wert als auch die Diversität ihres Portfolios zu steigern.

Auch die mangelnde Preistransparenz, an die sich versierte Käufer gewöhnt haben, wird von Art-Blockchain-Plattformen in Angriff genommen. Dies ist umso wichtiger, da die Transparenz vor allem für Neulinge auf dem Kunstmarkt eine wesentliche Rolle spielt: Gemäß dem „Hiscox Online Art Trade Report 2018“ sind transparente Bedingungen für die überwiegende Mehrheit beziehungsweise 90 Prozent neuer Käufer ein Schlüsselkriterium, wenn es um Investitionen im Kunstmarkt geht.

Um dieses Problem zu lösen, nutzen Art-Blockchain-Platt-formen wie Maecenas die Blockchain-Technologie. Sie ermöglicht es Käufern, in Form von digitalen Zertifikaten Anteile an Kunstwerken zu erwerben – sowohl mit herkömmlichen Währungen wie Euro oder US-Dollar, als auch mit Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether. Primär- und Sekundärverkäufe der digitalen Zertifikate können über die Blockchain eingesehen werden. Sie sorgt somit für mehr Transparenz und schafft gleichzeitig eine manipulationssichere Umgebung.

Zudem können die Kunstwerke, die auf Maecenas gelistet werden, auch für Ausstellungen an Museen „vermietet“ werden. Die Erträge werden dann anteilig an die Zertifikatsinhaber ausgeschüttet. Sowohl die Leasing- als auch die Inkassofunktion basiert auf Smart Contracts (digitale Verträge), die auf der Blockchain- Technologie aufbauen und von den Vertragspartnern über eine gemeinsame Datenquelle abgerufen werden können. In den Augen mancher Kritiker löst die Blockchain jedoch nicht das Transparenzproblem im Kunstsektor, da die Entscheidung, welche Aktionen für wen sichtbar sind, beim Urheber der Blockchain liegt. Uneingeschränkter Zugang zu allen Informationen – inklusive sensiblen und persönlichen Daten – darf jedoch nicht mit Transparenz gleichgesetzt werden.

Wie kann die Transparenz gewährleistet werden?

Transparenz bezieht sich bei Art-Blockchain-Plattformen auf die Tatsache, dass wesentliche Schlüsselkomponenten und Transaktionen in einem manipulationssicheren, digitalen Verzeichnis erfasst werden. Es beruht auf kryptografischen Prinzipien und gewährleistet Datenkonsistenz und Zuverlässigkeit. Herkömmliche zentralisierte Datenbanken können das im Regelfall nicht garantieren – zumindest nicht ohne vorher signifikante Modifikationen durchzuführen, um gleichwertige kryptografische Funktionen zu implementieren.

Die Blockchain-Technologie ist also keine Wunderwaffe gegen die Transparenzprobleme an sich, doch die wesentlichen Punkte werden abgedeckt, inklusive Transaktionsbestätigungen und Eigentumsnachweise an digitalen Vermögenswerten.

Bei Maecenas gibt die Blockchain auch Auskunft über die auf der Plattform gelisteten Kunstwerke, einschließlich Informationen über Provenienz, einschlägige Literatur, vergangene Ausstellungen, Zustand, Echtheit und Versicherung der Kunstwerke. Diese Angaben stehen den Käufern jederzeit zur Verfügung und können nach dem Upload in die Blockchain nicht mehr geändert werden.

Die Motive für den Kunstkauf gehen jedoch weit über finanzielle und regulatorische Überlegungen hinaus. Tatsächlich spielen bei Kunstinvestitionen häufig emotionale und soziale Aspekte eine große Rolle. Maecenas und mehrere andere Online- Plattformen versuchen, diesem Umstand gerecht zu werden. Dazu gehört zum Beispiel auch das Angebot an Inhaber digitaler Zertifikate, „ihre“ Kunstwerke vor Ort in Galerien und Kunstlagern zu betrachten.

Der Kunstmarkt ist eine der Branchen, die am meisten abgeschottet und am stärksten kontrolliert werden. Art-Blockchain- Plattformen wollen das ändern, indem sie den Kunstmarkt dezentralisieren und damit für alle Investoren transparenter und gerechter machen. Die Zeit dafür ist reif. //




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