Mit ESG auf der Siegerstraße

Nachhaltigkeitsfonds gewinnen an Attraktivität für institutionelle Investoren, denn sie glänzen besonders bei den Risiken. Vorausgesetzt, der Asset Manager kann seine Schlüsselrolle adäquat ausfüllen. Michael Busack und Henrik Schlimper von Absolut Research GmbH geben Einblicke in die aktuellen Trends der Branche.

Die Klimakonferenz von Paris und die Vereinbarung globaler Entwicklungsziele durch die UNO vor fast zwei Jahren haben den Klimawandel und das Thema der Nachhaltigkeit des Finanzmarkts weltweit in den Fokus gerückt. Seitdem hat die Frage, wie institutionelle Investoren bei der Umsetzung der Ziele mitwirken können, stark an Aufmerksamkeit gewonnen. Weltweit haben Investoren mit einem Anlagevolumen von über 50 Billionen Euro ihre Absicht erklärt, die ganzheitliche Wirkung ihrer Kapitalanlagen zu erfassen, zu optimieren und den Wandel hin zu einer nachhaltig ausgerichteten, klimaneutralen Wirtschaft aktiv voranzutreiben. Dabei geht es allerdings nicht nur um den Klimawandel. Soziale, ökologische und ökonomische Themen stehen gleichermaßen im Zentrum einer ausgeglichenen und langfristig orientierten Kapitalanlagestruktur. Mit der Verabschiedung der Sustainable Development Goals der UNO besteht erstmals ein globales Rahmenwerk, das als Leitlinie nachhaltigen Verhaltens dienen kann. Insbesondere der Kapitalmarkt und institutionelle Investoren als Anbieter von langfristigem Anlagekapital können eine wichtige Hebelwirkung bei der Zielerreichung entfalten. Die Möglichkeiten, über die Kapitalanlage Einfluss auf die Realwirtschaft zu nehmen, erstrecken sich auf alle Asset-Klassen. Sie reichen von einfachen Divestments und Ausschlusskriterien über die Integration von ESG-Kriterien und gezieltem wirkungs- und wertorientierten Investieren bis hin zum aktiven Dialog als Eigentümer und Aktionär.

Zunehmender Stellenwert von Spezialfonds bei institutionellen Portfolios

Institutionelle Investoren sind in der Kapitalanlage auf die Expertise externer Asset Manager angewiesen. Auswertungen des Branchenverbands BVI belegen regelmäßig den hohen und zunehmenden Stellenwert von Spezialfonds in institutionellen Portfolios. Absolut Research unterstützt institutionelle Anleger bei der Selektion und dem Monitoring von Asset Managern mit der monatlichen Publikation „Absolut|ranking“. Darin werden mehr als 1.600 Asset-Management-Gesellschaften anhand der Performance ihrer Publikumsstrategien analysiert. Die mehr als 11.000 Strategien sind in über 100 Vergleichsgruppen aufgeteilt und werden über sechs Zeiträume und acht Kennzahlen untersucht. So entsteht ein differenziertes Performancebild jeder Einzelstrategie.

Im Bereich nachhaltiger Kapitalanlagen werden gegenwärtig über 800 Strategien für Aktien, Anleihen und Mischfonds sowie für die Sonderthemen Mikrofinanz, Wasser und Cleantech analysiert. In der folgenden Analyse wurden institutionelle Nachhaltigkeitsfonds für Aktien, Anleihen und Mischfonds untersucht, die eine der oben genannten Nachhaltigkeitsstrategien anwenden. Als Vergleichsgruppe dienten über 8.000 institutionelle Publikumsfonds, die ähnliche Investmentstrategien verfolgen, allerdings ohne dabei das Thema Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Die Trennung zwischen beiden Gruppen erfolgt auf Basis der Angaben der Fondsanbieter. Vor dem Hintergrund der sehr subjektiven Definition von Nachhaltigkeit werden keine Mindestanforderungen zum Umfang der Berücksichtigung von nachhaltigen Anlagekriterien festgelegt. Allerdings muss der Nachhaltigkeitsaspekt eine ausdrückliche Rolle in der Titelselektion oder dem Portfolio- und Risikomanagement spielen, um dieser Gruppe zugeordnet zu werden. Im Rahmen des Absolut| ranking werden nachhaltige Publikumsfonds zudem doppelt analysiert: einmal in einer traditionellen Peer Group neben nicht nachhaltigen Strategien, einmal in einer Vergleichsgruppe ausschließlich nachhaltiger Ansätze.




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